Finanzen
Entwicklung der Finanzen:
Verwaltungshaushalt 2025
Zuführung zum Vermögenshaushalt: Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben im Vermögenshaushalt; dieser Betrag wird dem Vermögenshaushalt zugeführt und muss mindestens so hoch sein, dass Kreditbeschaffungskosten und die ordentliche Tilgung gedeckt sind.
Beispiel Markt Donaustauf Haushalt 2024:
Zuführung zum Vermögenshaushalt: 817000 €
Zins- und Tilgungszahlungen: 186000 und 291000 ergeben 477000 € = freie Finanzspanne 340000 €
Freie Finanzspanne: finanzieller Spielraum einer Gemeinde für neue Projekte und Investitionen nach Abzug aller Pflichtausgaben und Tilgungen. Also ein rechnerischer Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt, der in den Vermögenshaushalt fließt und zur freien Verfügung steht. Sie zeigt, wie viel Geld übrig bleibt, nachdem die ordentlichen Tilgungen und notwendigen Rücklagen gedeckt sind, und signalisiert die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Kommune.
Unter Berücksichtigung des hohen Investitionsrückstaus im Markt Donaustauf von ca. 20 – 25 Mio. € ergibt sich bei langfristiger Abarbeitung (innerhalb der nächsten 20 – 25 Jahre) eine erforderliche Rücklage von jährlich 1 Mio €!
Daher ist es zukünftig zwingend notwendig, Einsparpotentiale bei den Ausgaben und Reserven im Einnahmebereich ausfindig zu machen
Blick nach vorn
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Die Schwerpunkte bleiben: Kanal, Straßenbau und Schule.
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Für Großprojekte wie einen Schulneubau ist derzeit kein ausreichender finanzieller Spielraum vorhanden.
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Zusätzliche Mittel können gezielt für Straßenbau oder Sanierung bestehender Gebäude eingesetzt werden.
So bleibt unsere Gemeinde handlungsfähig.
Was bedeutet der Vorschlag Schulneubau und Hallenverlagerung
Der aktuell von CSU und SPD diskutierte Vorschlag (Stand 2026), den Schulstandort zu verlegen, hätte nach heutigem Stand weitreichende Auswirkungen auf die Finanzen der Gemeinde, das Ortsbild sowie die langfristige Entwicklung.
Vorgesehen ist unter anderem der Abriss der bestehenden Schule mit solider Bausubstanz. Gleichzeitig soll das Grundstück am Oberen Feld veräußert werden, um die Finanzierung einer neuen, deutlich kleineren Schule zu ermöglichen.
Ebenfalls Teil der Überlegungen ist der Abriss der bestehenden Inlinerhalle an der Egelseestraße seitens der SPD. Die Halle ist ebenfalls in solider Bauweise errichtet und soll durch eine neue Halle in Leichtbauweise ersetzt werden. Die derzeit genannten Kosten von rund 500.000 € erscheinen zunächst niedrig. Vor dem Hintergrund früherer Projekte – etwa dem Spielplatz am Holunderring, bei dem vor der Vergabe keine vollständige Kostenkalkulation vorlag und die Kosten später deutlich stiegen – stellt sich die Frage, wie belastbar diese Schätzung ist.
Der aktuell vorgesehene Standort der neuen Inlinerhalle würde zudem die Nutzung des Festplatzes einschränken und mögliche zukünftige Entwicklungen begrenzen.
Werte für Inlinerhalle und Schulneubau – Analyse und Ausblick
Inlinerhalle
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Geplant: 42 × 50 m, vergleichbar mit der heutigen Halle.
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Erfahrungswerte aus einer ähnlichen Halle (Leichtbau Tennishalle Schwabelweis) zeigen:
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Kosten Hülle (Produktionshallenstandard): 945.000 €
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Sanitäranlagen, Erschließung usw.: 1.555.000 €
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Unterer Erfahrungswert für Gesamtkosten: 2.500.000 €
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Abriss bestehender Inlinerhalle und Erschließungskosten für Neubau: 1.000.000 €
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Neubau Schule
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Gesamtkosten laut Haushalt: 18.900.000 €
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Davon 600.000 € in 2027/28 im Vermögenshaushalt eingeplant
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Verbleibend zu finanzieren: 18.300.000 €
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Zuschüsse im Haushalt: 12.000.000 € (förderfähige Kosten)
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Realistisch bei 50 % Förderquote: 6.000.000 €
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Grundstücksverkauf Oberfeld
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Abrisskosten für die bestehende Schule und Erschließungskosten als Wohnbaugebiet inklusive Erweiterung der Infrastruktur (Kanal, Straßen, …) wurden mit 1.000.000€ vom Erlös abgezogen. Es wurde mit einem Verkaufspreis von 800€/m² kalkuliert, der Bereich zwischen Kindergarten und Kindertagesstätte wurde nicht einbezogen.
Einschätzung & Risiken
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Selbst auf Basis der Haushaltswerte und Erfahrungswerte können erhebliche Mehrkosten entstehen.
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Die Finanzierung des Schulneubaus könnte eine Schuldenspirale auslösen, da die Kosten deutlich über dem aktuellen Spielraum liegen.
Zeitlicher Ablauf (optimistische Annahme) der Baumaßnahmen und Kostenvergleich (in €): Werte aus der Bürgerversammlung vs. Werte aus Haushalt und Erfahrung GDS
| Jahr/Aktion | Werte aus der Bürgerversammlung | Werte nach Haushalt und Erfahrung |
| Schuldenstand Ende 2025 | -8.000.000 | -8.000.000 |
| 2026 Verkauf Grundstück Bayerwaldstraße Senioren-Servicehaus | +2.700.000 | +2.700.000 |
| 2027/28 Bau Inlinerhalle am Festplatz | -500.000 | -2.500.000 |
| 2029 Abriss Inlinerhalle und Erschließung | -1.000.000 | -1.000.000 |
| 2030/31 Neubau Schule | -12.000.000 | -18.300.000 |
| 2030/31 Zufluss Zuschuss (70% vs 50%) | +8.400.000 | +6.000.000 |
| 2031/32 Abriss Schule/Erschließung/Verkauf Grundstücke Oberfeld | +9.400.000 | +9.400.000 |
| Schuldenstand Ende 2032 | -1.000.000 | -11.700.000€ |
Mit der ermittelten freien Finanzspanne für Kreditaufnahmen von ca. 300.000€ könnte die Marktgemeinde maximal einen zusätzlichen Zwischenfinanzierungskredit von 8.000.000€ (Zinssatz 3,75%) aufnehmen, hierbei ist jedoch keinerlei Tilgung einkalkuliert. Somit ergibt sich eine derzeitige Finanzierungsgrenze von ca. 16.000.000€. Alles was darüber hinausgeht birgt ein enormes Risiko für den Start einer Schuldenspirale und der Zahlungsunfähigkeit. (Stand 1/2026)
